13 octobre 2026
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Antisemitismus und Islamophobie: zwei Seiten derselben Medaille?

In Memoriam starb Jihad Wachill, Präsident des franziskanischen Friedensbewegungsrates, am 8. Juli 2026. Im Gegensatz zu populären Ideen sind Antisemitismus und Islamophobie in Frankreich eng miteinander verbunden. Die Frage wurde gestellt: Ist Islamophobie heute ein « neuer Antisemitismus »? Oder ist es keine Rückkehr […]

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Von Jihad Wachill,

In Memoriam starb Jihad Wachill, Präsident des Rates der franziskanischen Friedensbewegung, am 8. Juli 2026.


Im Gegensatz zu populären Ideen sind Antisemitismus und Islamophobie in Frankreich eng miteinander verbunden.

Die Frage wurde gestellt: Ist Islamophobie heute ein « neuer Antisemitismus »? Oder ist es nicht eine Rückkehr zu den arabischophoben Quellen (und islamophoben) eines « Antisemitismus gegenüber Franzosen »?

Die politisch-mediale Debatte neigt dazu, mit Antisemitismus und Islamophobie zu konkurrieren. Nichts Künstlicheres. In Frankreich war die Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten bei weitem nicht immer offensichtlich. Und man sieht einen roten Faden zwischen Kreuzzug gegen die Katharer, Religionskrieg gegen Protestanten, Antisemitismus und heute Islamophobie. Jedes Mal wird die wichtigste religiöse Minderheit des Landes angegriffen.

Die Regelung der Religionskriege im 17. Jahrhundert durch die westfälischen Verträge von 1648 verankert in Europa das Prinzip « solch souverän, solche Menschen ». Dieses Prinzip wurde nach Frankreich übertragen und markierte eine Regression aus dem Toleranzedikt von 1598 und seine Aufhebung im Jahr 1685.

Ein « französischer » Antisemitismus, der von Arabophobie geprägt ist.

Schlimmer noch, zwischen diesem westfälischen Prinzip « solche Souveräne, solche Leute », das von den deutschen protestantischen Fürsten auferlegt wurde, und dem nationalsozialistischen Slogan « ein Reich, ein Volk, ein Führer » ist ein Kontinuum noch offensichtlicher.

Wenn in ganz Europa, wenn dieser innerchristliche Streit beigelegt ist, sich die Intoleranz an die jüdischen Gemeinden wendet, mit einer Beschleunigung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, gibt es in Frankreich eine Sinuosität des Antisemitismus zwischen Judäophobie und Arabophobie (Hass auf Araber).

Fast bis zum Fall Dreyfus zögert die französische antisemitische Bewegung auf dem Semiten, zwischen dem Araber und dem Juden zu kämpfen.

Der französische Schriftsteller Ernest Renan, der annahm und antisemitisch behauptete, theoretisierte sogar, dass europäische Juden keine oder wahrhaftigere Semiten seien und dass sie aus dem Feld des Antisemitismus entfernt werden müssten.

Wie können wir diesen « Antisemitismus den Franzosen » erklären, der von der Arabophobie geprägt ist? In den 1850er Jahren, als sich der Antisemitismus in Europa zu entwickeln begann, hatte Frankreich gerade Algerien unter äußerst fragwürdigen Bedingungen erobert. Der Grund für diesen Krieg ist ungünstig (eine Schulden gegenüber Algerien durch Liquidation des Gläubigers zu begleichen …).

Und die Art und Weise, wie sie durchgeführt wurde, wurde von der Presse stark kritisiert (Algerien hat Berichten zufolge zwischen 1830 und 1860 mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung verloren, etwa ein Viertel wurde getötet und ein weiteres Viertel ins Exil gezwungen). Daher die Notwendigkeit, a posteriori diese Eroberung und dann ihre Kolonisierung zu rechtfertigen.

So wurden rassistische und antisemitische Theorien in den Dienst der Kriegspropaganda gestellt, mit der Priorität, die Algerier in der öffentlichen Meinung zu verunglimpfen, zu mindern oder sogar zu entmenschlichen, aber auch, bereits, sie zwischen Arabern und Kabylen zu teilen.

Islamophobie, der wahre „neue Antisemitismus?

Es ist in diesem Zusammenhang, dass die Schwangerschaft des Antisemitismus in Frankreich, zunächst im wörtlichen Sinne, der Hass auf die Semiten, und für die der semitische Feind zu kämpfen ist am Ursprung eher arabisch (und bereits seine Mehrheit Religion, Islam …) als der Jude. Erst ab 1870 und der demütigenden Niederlage gegen Preußen erfuhr der französische Antisemitismus eine klare Übersetzung vom Araber in den Juden, und zwar in Etappen bis zum Fall Dreyfus.

Zwei Elemente erklären: Algerien wurde zuerst « befriedet » (in Blut…) und der Moment ist eher auf der Suche nach einem « inneren Feind », um eine unerwartete und traumatische militärische Niederlage zu erklären. Und der Jude, diasporisch und kosmopolitisch, ist dann ein Sündenbock. Aber heute haben wir das Recht, uns zu fragen, ob wir nicht wieder an dieser Kreuzjagd teilnehmen werden, sondern diesmal in die andere Richtung.

Tatsache ist, dass die gegenwärtige Islamophobie das Substrat der Bilder und antisemitischen Sprachelemente weitgehend recycelt: Denunziation einer angeblichen « doppelten Loyalität », Existenz eines angeblichen « Komplotts » für die Weltherrschaft, angebliche Unmöglichkeit der Integration aufgrund ihrer Differenz usw.

Von der islamophoben Wiederaufnahme der antisemitischen (und antikommunistischen) Karikatur des Oktopus von Rachel Khan über die unbegründete Behauptung von Florence Bergeaud-Blacker über angebliche Verbindungen zwischen « Muslim-Brüdern » und der Freimaurerei (eine islamphobe Aktualisierung des antisemitischen Pontifums des « jüdisch-maurerischen Komplotts ») bis hin zur Hintergrundmusik zum Thema « Islamo-Gauchismus », Avatar, der auf den Geschmack des islamophoben Tages der antisemitischen Fantasie des « Judäo-Bolschewismus » gebracht wurde, verbreiten sich die Beispiele jetzt in einer verwirrten Weise und zielen insbesondere seit zwei Jahren auf Palästinenser.

NDLR

Jüdische Redeem. Das Ende eines gegenseitigen Waschpakts (La Découverte, 224 Seiten, 16,50 Euro), Michel Feher, Philosoph und Gründer des New Yorker Verlags Zone Books und der Online-Medien-Diagramme, ist der Ansicht, dass die Strategie der Assimilierung von Antisemitismus mit Antizionismus im Mittelpunkt des reaktionären internationalen Projekts steht. welche handeln. Ende der Anmerkung

Artikel veröffentlicht in der April 2026 Ausgabe von « Planète Paix » (monatlich veröffentlicht von der Friedensbewegung)

Um weiter zu diesem Thema zu gehen, siehe diesen Link

West Islamophobie: eine vierteilige Akte

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